Frankfurt am Main (ots) -
In Konsumgüterindustrie und Handel hat es im ersten Halbjahr 2013
weltweit weniger Beteiligungen und Fusionen gegeben als im
Vorjahreszeitraum. Insbesondere in Europa waren weniger Deals und ein
niedrigeres Transaktionsvolumen zu verzeichnen, während sich der
Konsolidierungstrend in Asien verstärkt hat, wie aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervorgeht.
In
den ersten sechs Monaten 2013 blieb der Gesamtwert der angekündigten
Beteiligungen, Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquistions,
M&A) mit 120,8 Milliarden US-Dollar um knapp vier Milliarden
US-Dollar unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der Deals (veröffentlichtes
Volumen mindestens 50 Millionen US-Dollar) sank von 241 auf 225. Für die
zweite Jahreshälfte prognostizieren die Branchenexperten von PwC
allerdings eine eher lebhaftere Marktentwicklung:
"Wir gehen
davon aus, dass sich das M&A-Geschehen in Europa wieder dynamischer
entwickelt. Angesichts sinkender Konsumausgaben in den meisten
EU-Ländern sind viele Unternehmen
dazu gezwungen, neue Märkte und Marktsegmente zu erschließen, so dass
Übernahmen bzw. Beteiligungen verstärkt in den Fokus rücken",
kommentiert Gerd Bovensiepen, PwC-Partner und Leiter des
Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter.
Im ersten Halbjahr gab
es lediglich 48 Transaktionen mit europäischem Zielunternehmen gegenüber
100 Deals mit asiatischem und 63 mit nordamerikanischem Ziel.
Beteiligten sich Investoren aus Übersee im Jahr 2012 noch mit fast neun
Milliarden US-Dollar an europäischen Unternehmen, sank dieser Wert im
ersten Halbjahr 2013 auf 616 Millionen US-Dollar. In umgekehrter
Richtung gaben europäische Käufer mit 8,11 Milliarden US-Dollar zwar
deutlich mehr aus, im Gesamtjahr 2012 hatten Unternehmen und Fonds aus
Europa jedoch noch mehr als 43 Milliarden US-Dollar in Asien, Amerika
und Afrika investiert.
Finanzinvestoren melden sich zurück
Zwar
treten bei den weitaus meisten Deals nach wie vor Unternehmen als
Käufer auf, Finanzinvestoren gewinnen jedoch an Bedeutung. Waren
Private-Equity-Fonds und andere Beteiligungsunternehmen in den Jahren
2011 und 2012 nur an 26,5 bzw. 25,5 Prozent aller Deals beteiligt, stieg
dieser Wert im ersten Halbjahr 2013 auf 28,9 Prozent. Gemessen am
Transaktionsvolumen wiegen Engagements der Finanzinvestoren sogar noch
schwerer: Allein die Private-Equity-Beteiligungen an HJ Heinz und D.E.
Master Blenders summieren sich auf gut 31,7 Milliarden US-Dollar bzw.
mehr als ein Viertel des gesamten Transaktionsvolumens im ersten
Halbjahr.
Weiterhin dynamisch entwickelt sich das
M&A-Geschehen im Nahrungsmittel- und Getränkesektor. Fast die Hälfte
aller Transaktionen (44 Prozent) in Konsumgüterbranche und Handel waren
im ersten Halbjahr 2013 der Ernährungsindustrie zuzurechnen. Auch
gemessen am M&A-Volumen ist der Nahrungsmittelbereich führend: In
den ersten sechs Monaten betrafen sieben der zehn größten Deals den
Nahrungsmittel- und Getränkesektor.
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